Gemeinsam statt einsam
Unbemerkt und unaufhaltsam sind wir im digitalen Zeitalter angekommen. Die besten Zugverbindungen erarbeiten wir uns längst nicht mehr mit dem «Kursbuch», sondern lesen sie vom Smartphone ab, um das Billett auch noch digital zu bezahlen. Papier braucht es dazu nicht – dem Zugpersonal halten wir einen sogenannten QR-Code auf dem Display hin oder unsere SwissCard. Dieses kleine Beispiel liesse sich beliebig auf viele andere Lebensbereiche ausdehnen: Zahlungsverkehr über E-Banking, (unendliche) digitale Fernsehkanäle, die Steuerung von Heizung, Backofen und Kaffeemaschine, Flüge und Hotels online buchen und die tägliche Versorgung mit Fotos aus der digitalen Familienecke bei Facebook, Instagram und Co.
Nie war es einfacher, über das Geschehen in der Welt, der Region und der Gemeinde informiert zu sein. Und die Politik? Braucht es das lokale Engagement in einer globalisierten Welt überhaupt noch? Ja – und zwar noch mehr und noch früher.
Je globalisierter die Welt, je digitaler der Arbeits- und Lebensalltag, desto wichtiger sind die wahren Beziehungen, die Begegnungen unter Menschen im direkten Wohn- und Lebensumfeld.
Und genau hier ist es an der Gemeindepolitik, die richtigen Akzente zu setzen. Bei der politischen Mitwirkung bieten sich viele Möglichkeiten, dem Bedürfnis nach Mitgestaltung nachzuleben: Warum nicht die Quartierbevölkerung noch direkter und offener an den Entscheidungsprozessen beteiligen, mit «Volkspostulaten» zum Mitwirken einzuladen oder an informellen Befragungen teilhaben zu lassen?
Zum Text: Gemeinsam statt einsam